Tage und Zeichen
„Andere schreiben Tagebuch. Ich male.“
Morgens hängt ein weißes Blatt an der Wand. Abends ist es bemalt. Oder eben auch nicht. Nicht jeder Tag wird ein Bild. Aber jedes Bild war einmal ein Tag.

Die Werkreihe Tage und Zeichen entstand über mehrere Jahre hinweg. Die Arbeiten tragen keine Titel. Sie tragen das Datum ihrer Entstehung.
Jedes Blatt beginnt als offene Möglichkeit. Ohne Motiv. Ohne Plan. Ohne die Absicht, etwas Bestimmtes darzustellen. Manchmal entsteht daraus eine Arbeit. Manchmal bleibt das Blatt leer. Farbe, Leere, Material und Geste verdichten sich zu einer Spur dessen, was an diesem Tag gegenwärtig war. Nicht als Abbild eines Ereignisses und nicht als Ausdruck einer bestimmten Emotion. Eher als Atmosphäre. Als etwas, das sich zeigt und zugleich entzieht.
Die Arbeiten erzählen keine Geschichten. Sie geben keine Bedeutungen vor. Dennoch erkennen viele Betrachter in ihnen etwas wieder, das sie aus ihrem eigenen Leben kennen: eine Stimmung, eine Spannung, eine Form von Offenheit oder Gegenwärtigkeit. So entsteht eine Sammlung von Tagen, ohne Tagebuch zu sein. Eine Folge von Spuren, ohne etwas festhalten zu wollen.
Als Fine-Art-Print werden diese Arbeiten teilbar. Nicht als Reproduktion eines Originals. Sondern als Möglichkeit, mit einer bestimmten Atmosphäre zu leben. Ein Blatt tritt in einen neuen Raum ein und setzt dort seine Geschichte fort.
Tage und Zeichen ist keine abgeschlossene Serie. Sie wächst, solange neue Tage kommen.
Ein Tag. Ein Blatt. Oder eben keines.

