Ich möchte den Raum stellen, nicht den Raum besetzen

Ein Kunstwerk nimmt Raum ein. Es steht an einer Wand, liegt auf dem Boden oder tritt dem Betrachter gegenüber. Doch damit ist noch nichts über seine Wirkung gesagt.

Ein Werk kann den Raum besetzen. Dann richtet sich alles auf das Werk. Es verlangt Aufmerksamkeit. Es möchte gesehen, verstanden oder erklärt werden. Der Raum wird zu seinem Hintergrund.

Mich interessiert der umgekehrte Weg.

Ein Werk kann den Raum stellen. Es verändert nicht nur das, was gesehen wird. Es verändert die Art, wie gesehen wird. Der Raum hört auf, Hintergrund zu sein. Er wird Teil der Wahrnehmung.

Deshalb geht es mir nicht darum, einen Raum zu füllen. Ein gefüllter Raum ist noch kein offener Raum. Offenheit entsteht dort, wo Werk, Raum und Betrachter in Beziehung treten.

Die Arbeit endet nicht an ihrer Kante. Sie setzt sich im Raum fort.

Der Künstler besetzt keinen Raum. Er stellt ihn.