Präsenz und Geste

Präsenz ist die Voraussetzung jeder Setzung. Sie entsteht nicht aus der Geste. Sie geht ihr voraus. Eine Geste ohne Präsenz bleibt Bewegung.

Erst Präsenz eröffnet Beziehung.

Die Geste tritt in Beziehung zum Blatt, zur Farbe, zum Raum und zum Betrachter. Aus dieser Beziehung entsteht ihre Bedeutung. Präsenz bedeutet deshalb nicht Aufmerksamkeit. Sie bedeutet Anwesenheit.

Sie hält den Raum offen.

Sie drängt nicht auf ein Ergebnis. Sie folgt keiner Vorstellung. Sie bleibt bei dem, was erscheint. Die Arbeit entwickelt sich aus dieser Haltung. Jede Setzung verändert das Beziehungsgefüge des Blattes. Mit ihr verändert sich der Raum, in dem alle anderen Setzungen erscheinen.

Kunst ereignet sich der wechseltigen Bedingtheit von Geste und der Präsenz, die der Geste vorausgeht.