Das Weiß des Blattes

Das Weiß des Blattes ist für mich kein Malgrund. Es ist gegeben.

Ich beginne meine Arbeit nicht auf einer leeren Fläche, sondern mit einer Situation, die bereits vorhanden ist. Deshalb grundiere ich auch keine Leinwände selbst. Arbeite ich auf Leinwand, verwende ich eine bereits grundierte. Nicht weil Weiß eine besondere Bedeutung besitzt, sondern weil es meiner ersten Entscheidung vorausgeht.

Entscheidend ist nicht das Weiß. Entscheidend ist das Gegebene. Würde mir jemand ein rotes Blatt schenken, wäre auch dieses Rot zunächst gegeben. Ich müsste es nicht wählen. Es gehörte bereits zu den Bedingungen, unter denen die Arbeit beginnt.

Mit der ersten Spur verändert sich dieser gegebene Raum. Farbe, Material, Weiß und Wahrnehmung treten miteinander in Beziehung. Keines dieser Elemente bleibt unverändert. Das Blatt ist deshalb keine Fläche, die gefüllt wird, sondern ein Raum, der sich durch jede Spur verändert.

Ich beginne nicht mit einer Vorstellung. Ich beginne mit einer Situation. Vielleicht entsteht genau darin die Offenheit, die meine Arbeit sucht.