Farbe und Atmosphäre
Ich arbeite ausschließlich mit den Grundfarben. Sie sind gegeben. Mit ihnen treffe ich zunächst keine Entscheidung. Erst durch das Mischen entstehen alle weiteren Farben.
Die entstehende Farbe folgt keinem Plan. Sie resoniert mit einer Atmosphäre, die bereits gegenwärtig ist. Zu dieser Atmosphäre gehören der Ort, das Licht, der Tag, meine Erinnerungen, Gedanken, Vorstellungen und Befindlichkeiten. Der subjektiv innere Raum ist Teil dieser Atmosphäre, nicht ihr Ursprung.
Mit dem Auftragen beginnt ein neuer Prozess. Farbe, Papier, Leere und Wahrnehmung treten miteinander in Beziehung. Sie interagieren miteinander und verändern sich gegenseitig. Mit jeder weiteren Spur verändert sich nicht nur das Blatt, sondern die Atmosphäre der gesamten Situation.
Farbe ist selbst Teil dieser Atmosphäre. Sie beschreibt nichts. Sie verändert die Bedingungen, unter denen etwas erscheinen kann.
Wo Farbe nicht mehr beschreibt, sondern Teil eines Prozesses wird, emergiert – wenn es gelingt – das, was ich Kunst nenne.

