Hängung

Ich arbeite an der Wand. Das Blatt steht mir während der Arbeit in derselben Position gegenüber, in der es später betrachtet wird. Die Hängung beginnt deshalb nicht nach der Fertigstellung der Arbeit. Sie gehört zu ihren Entstehungsbedingungen.

Das Blatt bleibt Blatt. Es wird nicht gerahmt. Seine Ränder bleiben sichtbar. Ösen, Aufhänger und Nägel gehören zur Arbeit. Sie verbinden Blatt und Wand. Die Hängung verändert die Arbeit nicht. Sie führt ihre räumliche Situation fort.

Seit der Renaissance trennt der Rahmen Bild und Wand. Im 20. Jahrhundert erweitern Künstler wie Blinky Palermo oder Richard Tuttle diese Beziehung. Meine Arbeiten bauen auf dieser Entwicklung auf. Das Blatt bleibt als Blatt sichtbar. Die Wand bleibt Wand.

Mit der Hängung tritt der Raum hinzu.